Das grosse Stregli WM Orakel

In wenigen Tagen startet die Weltmeisterschaft. Höchste Zeit also, deine letzten 30 Franken, komplett aus Fünfräpplern bestehend, die du in einem alten Behälter  über die Jahre deinem Mund abgespart hast, im Wettbüro deiner Wahl einzusetzen und steinreich zu werden. Stregli sagt dir im grossen WM Orakel, wer das Turnier (wir sagen auch gerne Tournament mit französischen Accent), toppen und floppen wird. Spoiler: es ist nicht Panama. Oder doch?

Egal. Mit unseren Tipps kannst du dich in der Beletage des internationalen Fussballs etablieren.

 

Heute: die Vorrunde

 

WM-Gruppe A

Russland, Saudi Arabien, Ägypten und Uruguay

Das Eröffnungsspiel (Russland – Saudi Arabien) ist schon seit Jahren so etwas wie der Clasico der Länderspiele. Vom frenetischen Publikum getrieben, ziehen die Russen für 10 min ein Powerplay vor dem Strafraum der sich dabei einigelnden Saudis auf, welches Seinesgleichen sucht. Am Schluss endet das Spiel doch nur 1:1 und somit enttäuschend für den Gastgeber. Ägypten hingegen geht entschlossener ins Turnier, als ein 14 jähriger Junge, der erstmals ein Mädchen fragt, ob es seine Freundin wird, und spielt sich eine Runde weiter. Um Platz 2 streiten sich Uruguay und die genannten Russen. Wobei der Heimvorteil am Schluss leicht überwiegt, da Uruguay statt nach St. Petersburg nach Wladiwostock reist und eine Forfait-Niederlage kassiert. Ärgerlich.

Weiter sind: Ägypten, Russland

 

Gruppe B

Portugal, Spanien, Marokko, Iran

Ein spannender Mix aus den beiden iberischen Nachbarländern, gewürzt mit marokkanischen und iranischen Zutaten (ähnlich, wie das Mittagsangebot beim Take Away Stand deines Vertrauens). Auf dem Teller also ein kulinarischer Leckerbissen – doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz.  Die Sache wird klarer, als das Gletscherwasser im Seealpsee im Kanton Appenzell: Spanien brilliert und Christiano Ronaldos Truppe holt sich Rang dois (wie man in Lissabon zu sagen pflegt). Das sympathische Marokko bleibt leider das sympathische Marokko. Heisst: ohne sportlichen Einfluss.

Weiter sind: Spanien und Portugal

 

Gruppe C

Frankreich, Australien, Peru, Dänemark

Les Bleus, die Soceroos, La Blanquirroja oder doch Danish Dynamite? In dieser illustren Runde sind spannende Spiele, viele Tore und hoffentlich irgend ein hitziges Duell zwischen zwei hässigen Spieler garantiert. Peru freut sich wie ein Kleinkind auf den Weihnachtsmann; wartend auf die erste WM-Teilnahme seit 1982 und wird sich einen Dreikampf um Platz 2 liefern. Frankreich zieht nämlich durch, schürt erste Titelhoffnungen durch einen hohen Auftaktsieg, aber spielt anschliessend nicht mehr so souverän. Das zweite Ticket löst Peru dank eines besseren Torverhältnis. Und irgendwo in Dänemark zieht Peter Schmeichel seine Schirmmütze etwas tiefer ins Gesicht und denkt wehmütig an den EM Titel 1992.

Weiter sind: Frankreich, Peru

 

Gruppe D

Argentinien, Island, Kroatien, Nigeria

Genau wegen solchen Gruppen lieben wir die WM: Südamerikanischer Tango, nordischer Kampfgeist, kroatische Technik und die Super Eagles mit grossem Kämpferherz. Dieses Quartett könnte auch in einem Superhelden-Movie mitspielen und zusammen die Welt vor einem Bösewicht retten. Island würde die Rolle des Hulk einnehmen. Doch erst einmal geht’s gegeneinander. Auf welche Nation soll man setzen? Ein Tipp ist in etwa so schwer, wie den Sieger der laufenden Bachelorette Staffel von 3 Plus zu erahnen. Die Nacht der Rosen folgt schliesslich auch ihren eigenen Gesetzen. Wir sagen: Argentinien mit Glück und Island mit Herz.

Weiter sind: Argentinien, Island

 

Gruppe E

Brasilien, Schweiz, Costa Rica, Serbien

Fun Fact: Alle vier Länder gehören zu den Haupt-Absatzmärkten von stregli. Die Costa Ricaner sind immer für eine Überraschung gut und reisen als Halbfinalteilnehmer des CONCACAF, das wichtigste Grümpelturnier von Nord- und Zentralamerika an. Auch Serbien hat sich in der Qualifikation wacker geschlagen. Schlussendlich setzt sich aber Brasilien (mit dem echten Ronaldo als reaktivierten Stürmer in linken Mittelfeld (hä, was??) vor der Schweiz durch. Die Schweizer holen sich mit einem kalkulierten und organisieren Fussball Platz zwei. Dies vor allem dank einem kurzfristig angesetzten Trainingslager in Bingo Bongo, in welchem vor allem Freistösse geübt wurde. Durch die ausgelöste WM-Euphorie (Schweizer sind schnell zu begeistern), sinkt das BIP der Schweiz schlagartig um vier Punkte. Die Nationalbank ruft Gefahrenstufe 1 aus, gibt aber zwei Wochen später Entwarnung.

Weiter sind: Brasilien, die Schweiz

 

Gruppe F

Deutschland, Mexiko, Schweden, Südkorea

Wie geht’s Manuel Neuer? Ist Schweden ohne Zlatan einfach ein besseres Norwegen? Schnüren Mexiko und Südkorea ein Päckli und scheiden dann durch ein Rechenfehler gemeinsam aus? In dieser Gruppe gibt es mehr offene Fragen als in einem mehrtägigen Mordprozess, welcher zur Prime-Time live im Privatfernsehen deiner Wahl übertragen wird.

Deutschland macht das, was Deutschland im Fussball am besten kann, nämlich gewinnen und holt sich 8.5 Punkte (0.5 Punkte Abzug gibt es für Jogi Löws Frisur). Südkorea schlägt sich wacker, aber scheitert in der Vorrunde. Schweden ist enorm nervös (so wirklich nervös) und unterliegt schlussendlich einem stark aufspielenden mexikanischen Kollektiv.

Weiter sind: Deutschland, Mexiko

 

Gruppe G

Belgien, Panama, Tunesien, England

Der ewige „Geheimfavorit“ Belgien, mit dem ewigen „wir-sind-das-Mutterland-des-Fussballs-und-müssen-jetzt-endlich-mal-wieder-die-WM-gewinnen“ in einer Gruppe mit dem illustren Team aus Panama und dem Afrika-Cup-Sieger von 2004, Tunesien (als ob so ein alter Fakt relevant wäre). Wir sagen: eine klare Sache für die beiden europäischen Teams. Englands Hurricane trumpft gross auf und im Stillen denkt man auf der Insel, dass jetzt nur noch so einer wie Paul Gascoine fehlt. Oder Steve McManaman. Oder beide. Belgien ist und bleibt eine Wundertüte, spielt sich aber so problemlos durch die Gruppenphase, wie dich deine Grossmutter zu einem zweiten Dessert überreden kann.

Weiter sind: England, Belgien

 

Gruppe H

Polen, Senegal, Kolumbien, Japan

Vier Teams – vier Kontinente und vielleicht hat ja noch ein Spieler Wurzeln im Südpol, dann wäre es noch perfekter. Aber auch sonst: grosses Kino was diese Gruppe an internationalem Fussball bietet. Grosses Tennis! Und genau so ausgeglichen (Optimisten sagen: spannend – Pessimisten sagen: langweilig) ist diese Gruppe auch. Jeder kann jeden schlagen. Doch wir stregli-Experten wissen, wer sich in der von Unentschieden geprägten Gruppe H durchsetzt: Polen und als mittlere Überraschung: der Senegal. Wir sagen dazu nur: Konichiwa.

Weiter sind: Polen, Senegal

 

In der nächsten Folge sagen wir euch, wie es nach der Vorrunde weitergeht.

 

 

 

 

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